Alptraum: Baldiges Aus für freies Google Maps?

Bernhard 3. Februar 2012 6 Kommentar(e)
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Das Ende der freien Nutzung von Google Maps?

Nach Telefonieren und SMS zu versenden, aber noch vor dem News lesen, steht auf Platz 3 der beliebtesten Verwendungen fürs Smartphone die Navigation. Gerade Android Anwender konnten sich dabei stets zurücklehnen, denn die Unterstützung von Google Maps machte Navigationslösungen in der Regel obsolet – eine Situation, die sich jetzt allerdings schlagartig ändern könnte …


Viva la france

Ausschlaggebender Grund hierfür könnte das Urteil eines französischen Gerichtes sein. Und entgegen der ansonsten üblichen Klagswelle gegen und von Apple & Co handelt es sich hierbei nicht um einen Patentstreit. Vielmehr verklagte das französische Unternehmen Bottin Cartographes Google auf unlauteren Wettbewerb, wobei dies vorrangig auf die unfaire Marktbeeinflussung im Kartographie und Navigationsbereich begründet wurde. Denn die kostenlose Beigabe von Google Maps auf Android Smartphones würde den Wettbewerb verzerren und Google eine monopolartige Übermachtstellung verleihen.

Schuldspruch – Google muss zahlen!

Das französische Handelsgericht, dem die Klage unterbreitet wurde, konnte der Argumentation der Klägerin offenbar einiges abgewinnen: Es verdonnerte Google prompt zum Schadensersatz im Höhe von 500.000 Euro – und legte gleich noch 15.000 Euro an Strafe mit drauf! Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Klägerin ihre kartographischen Dienste nur gegen Entgelt anbieten konnte, während Google aufgrund ihrer Größe gleichartige Dienste auch ohne nennenswerte Schwierigkeiten gebührenlos anzubieten vermochte.

Google: “We will appeal this decision”

In einem ersten Statement ließ Google verlautbaren, dass man gegen das Urteil vorgehen werde. Man sei überzeugt, so ein Sprecher von Google, dass ein qualitativ hochwertiger, kostenloser Kartographiedienst für alle Seiten gleichermaßen von Nutzen wäre und der Einsatz von Google Maps zu keiner einseitigen Marktstellung führe, die einen Ausschluss der Konkurrenz bedeute.
Für Google, die bereits einst mit ihrem Street View Dienst in Frankreich Probleme hatten, wäre die Aufrechterhaltung des Urteils jedenfalls mehr als nur ein lokales Problem, da nicht nur Kartographie und Outdoor Unternehmen mit dieser Entscheidung ihre Chance gekommen sehen könnten, Googles Vormachtstellung einzuschränken: Auch Erz-Konkurrenten wie Apple könnten auf den Zug aufspringen, um Google weitere Hürden in den Weg zu legen.

Der Schaden für Google wäre jedenfalls enorm, würde Google Maps auch nur in einem Land zu einer Bezahlversion mutieren. Schließlich war der Kartendienst schon vor seinem Einsatz auf Android in der Gunst der Nutzer wegen einfacher Benutzerführung und herausragender Ergebnisse vielgeliebt, was aber zweifellos vor allem (auch) auf die Kostenfreiheit des Dienstes zurückzuführen war.

Quelle: AFP

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Bernhard Tischler   Redakteur

Nachdem er mit Entsetzen feststellen musste, dass er in einer Zeit lebte, in welcher es keinerlei Drachen mehr zu töten oder Jungfrauen zu erretten gab, entschloss sich Bernhard stattdessen den Kampf gegen grottige Games und faulige Apps anzutreten, welchen er von seinem Büro aus, einer quadratischen, mit weißem Schaumstoff verkleidetenen Zelle, nach wie vor mit unerschütterlichem Glauben an das Gute im Play Store führt.

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  • Aquilla

    …und was ist mit OVI-Maps bei Nokia, dass ist doch auch kostenlos…

  • Julian

    wenn google maps auf den android geräten nicht vorinstalliert wäre, gäbe es kein problem.

    • http://www.anoxa.de Jens

      Dann soll Google einfach Google Maps von den Smartphone verbannen und bei der ersten Inbetriebnahme auf den Kartendienst hinweisen mit einem Link in den Android Market.
      Das erinnert mich an den Blödsinn mit Microsoft und den IE, der ja auch nicht mehr einfach so bei Windows dabei sein darf. Absoluter Blödsinn meiner Meinung nach.

      Als Google würde ich mir auch mal überlegen, Maps für ein paar Tage komplett in Frankreich abzuschalten und abwarten, was passiert.

  • http://www.mworx.at Markus Jerko photography

    Da könnte man ja gegen jede Funktion klagen, die Google bei Android mitliefert, z.B. GMail ist fix vorinstalliert, also ein Nachteil für andere Mailprovider?

  • Dietmar

    Sowas kann auch nur HADOPI-Land passieren… *würg*

  • bernhard

    Wer weiß, vielleicht kommen ja auch noch die anderen Google Apps dran. Google Documents könnte beispielsweise von Microsoft (Office) geklagt werden :-) ….

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