Samsung verliert US-Patentprozess gegen Apple und muss 1 Milliarde US-Dollar zahlen

25. August 2012 9 Kommentar(e)

Der von vielen Beobachtern als richtungsweisend eingestufte amerikanische Patentprozess zwischen Apple und Samsung ist zu Ende. Die Geschworenen am kalifornischen Gericht sind zum Schluss gekommen, dass Samsung diverse Apple-Patente und -Geschmacksmuster unerlaubt verwendet habe. Samsung droht nun ein Verkaufsverbot und eine Strafe in Milliardenhöhe.


Manche brauchen Monate um sich durch die unzähligen Patentunterlagen zu wühlen und diese zu verstehen, die Geschworenen im US-Prozess zwischen Apple und Samsung kommen bereits nach zwei Tagen zu einem Urteil. Und dieses kommt einer Totalniederlage für Samsung gleich: Ihrer Meinung nach hat Samsung unerlaubterweise, und in manchen Fällen sogar bewusst, sowohl das iPhone- als auch das iPad-Design mit seinen Smartphones und Tablets kopiert und dadurch Apple langfristig geschadet.

Ob es sich bei den Geschworenen im Patent-Prozess auch um “iZombies” gehandelt hat? (Foto: flamingzombiemonkeys.blogspot.co.at)

Samsung interne Dokumente als Stolpersteine

Das Urteil der Geschworenen kommt jedoch nicht von Ungefähr, denn im Zuge des Prozesses sind eine Reihe von belastenden internen Samsung-Dokumenten aufgetaucht. Darin bezeichnen Samsung-Mitarbeiter das iPhone etwa als „Standard“, an den es sich zu orientieren gilt. Im Februar 2010 wurde zudem ein Dokument verfasst, in dem von einer „Designkrise“ bei Samsung die Rede ist und welches gleichzeitig eine Art Kopier-Anleitung für das iPhone darstellt. Die Anwälte von Samsung versuchten im Prozess wiederum, dass Apple selbst nicht eigenständig zu seinen Ideen kam. Dabei wurden etwa Bilder eines Tablets aus dem Jahr 1994 gezeigt, welches heutigen Geräten stark ähnelt. Apple könne also gar kein Designpatent auf Geräte dieser Art haben, so Samsung.

Richtungsweisender Prozess für die ganze Branche

Die 1,049 Milliarden Dollar Entschädigung für Apple, zu denen Samsung verdonnert wurde, sind eigentlich nur das kleinere Übel des Prozesses. Entscheidender ist, dass alle von Apple eingereichten Patente für gültig erklärt wurden. Somit stehen dem US-Konzern Tür und Tor für weitere Prozesse, etwa gegen Google und Android selbst, offen. Apple beziffert den Schaden, der durch die von Samsung kopierten Patente entstanden ist, auf 2,5 bis 2,75 Milliarden US-Dollar. Apple wollte im Zuge des Prozesses weitere Samsung-Geräte mit Verkaufsverboten belegen, ist damit aber (noch nicht) erfolgreich gewesen. Das bestehende US-Verkaufsverbot des Galaxy Tab 10.1 und des Galaxy Nexus bleibt aber aufrecht.

Das Schlusskommentar der Apple-Anwälte lautet „Wir machen unsere Produkte zum Vergnügen der Nutzer und nicht, damit sie schamlos kopiert werden.”

Samsungs Anwälte kommentierten den Prozess mit “Das ist kein Sieg für Apple, sondern eine Niederlage für Konsumenten.”

Quellen: golem.de, guardian.co.uk

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Raphael Schön   Chefredakteur

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  • Bob

    somit für mich klar – nie wieder ein Appleprodukt – mal sehen, wann der erste damit durchkommt, sich den Buchstaben “e”, oder 4 Ecken als Geschmacksmuster eintragen zu lassen…

  • Weyershausen

    “Somit steht dem US-Konzern Tür und Angel für weitere Prozesse, etwa gegen Google und Android selbst, offen.”

    Man kann etwas “zwischen Tür und Angel” besprechen. Oder es stehen
    einem “Tür und Tor” offen. Aber, dass “Tür und Angel offen steht”,
    klingt für mich nach Anglerlatein.

    • Raphael Schön

      Meinte eigentlich “Tür und Tor offen”, aber in der Eile ist “Tür und Angel” draus geworden. Danke für den Hinweis!

  • morve

    Apple soll sich ficken! Ihre produkte sind zwar stylisch aber das ist jawohl ganz normal konkurenzkamp und nur weil diese wixxer es nicht verkraften können das samsung sie langsam überholt! Fuck of apple!

  • Mario Berge

    So kann man natürlich auch Geld verdienen. Mal sehen wie lange es dauert, bis die anderen Hersteller verklagt werden. Man darf gespannt sein! Vielleicht werden wir das auch alle sein, denn vielleicht hat Apple auch das Patent auf Klopapier :-)

  • Ralf Zimmermann

    sind wir doch mal ehrlich, es ist schon traurig das dies so durchgekommen ist. ja mag ja sein das die von aussen ähnlich sind, aber entscheidend ist immer noch was da drinnen verbaut ist und zum anderen was die software leistet und wie die verfügbaren app´s ect. sind. Sonst müste ja z.B. BMW alle anderen Autobauer verklagen weil Autos 4 Räder haben, oder jeden Glashersteller weil Fenster ja in der Regel vier kanten hat ect könnte da mit millionen von beispielen kommen.
    Es ist nicht normal was da abgeht.
    Apple werde ich nie wieder nutzen (hatte ein Ipod Video classic), weder jetzt noch in Zukunft. Und nicht weil ich Apple für generell schlecht finde, sondern für dieses größenwahnsinnige gehabe und getue, sowas sollte nämlich kein Mensch akzeptieren. Die sollen viel mehr sich auch ihre Produkte konzentrieren und offener werden als sich mit sowas zu beschäftigen.
    Und ich weiß, viele finden dies ja sogar noch für gut und richtig, man darf ja nichts gegen Apple sagen als wär es der König/Kaiser der Welt, aber im Endeffekt ist es genau wie jede andere Firma auch nur ein einfacher Hersteller (Dahinter arbeiten nur einfache Menschen. Argumente weil jemand mehr im Kopf hat zählt hier auch nicht. es bleiben einfache Menschen wie du und ich. ). Warum dreht sich immer alles um Macht, Geld und Vorherschaft??? Legt lieber den Wert nur auf Qualität und guten Inhalt. Genau daran sollten sie sich messen und nicht um Äußerlichkeiten

  • Daniel

    Ach so, Samsung hat Apple geschadet… Komisch dass dann Apple vor kurzem zum schwersten Unternehmen aller Zeiten gekürt wurde. Überhebliche Arschlöcher.

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