Smartphones werden zur Todesfalle für Fußgänger

17. Dezember 2012 0 Kommentar(e)

Wenn wir nicht mehr radfahrend oder fußgehend telefonieren dürfen, müssen wir aufs Pferd ausweichen.


Also ich denke bei so einer Schlagzeile in erster Linie an einen Autofahrer, der einen Fußgänger überfährt, weil der PKW-Lenker durch das Telefonieren mit seinem Handy abgelenkt war. Die Rede ist aber von Fußgängern, die telefonieren und dadurch selbst so abgelenkt sind, dass sie beim Überqueren einer Straße quasi in ein Auto laufen.

Eine Erhebung unter 1.102 Fußgängern an 20 Hochrisiko-Kreuzungen in Seattle ergab, dass jeder dritte Fußgänger beim Überqueren einer Straße durch Smartphones abgelenkt wird. Zombies gleich läuft dieses eine Drittel durch die Straßen, schreibt Kurznachrichten und E-Mails, telefoniert oder hört Musik. An sich kein Problem, würden die Smartphone-Besitzer dabei auf den Verkehr achten. Aber genau das tun sie nicht: Die besagte Studie ergab, dass nur einer von vier mobiltelefonierenden Fußgängern die Straße an der dafür vorgesehen Stelle überquerte.

Für ein Drittel aller Fußgänger könnte das Telefonieren auf öffentlichen Verkehrsflächen zur Todesfalle werden (Foto: iStockPhoto[MariyaL]

Handyverbot beim Gehen?

Nachdem der Mensch offenbar zu dumm ist, selbst zu entscheiden, wann das Verwenden eines Handys für ihn gefährlich ist, dürfen wir uns jetzt schon auf eine Verordnung von oben freuen, die uns verbieten wird, ein Mobiltelefon während des Gehens auf öffentlichen Flächen zu nutzen. Das Telefonieren während des Fahrradfahrens soll ja demnächst schon verboten werden. Was aber machen wir, wenn die da oben uns das Handy auch beim Gehen wegnehmen? Wo bitte dürfen wir denn noch unserer Lieblingsbeschäftigung nachgehen? Müssen wir uns zu Hause am WC einsperren, um Musik hören, SMSen und telefonieren zu dürfen? Wieso heißt es denn „mobil telefonieren“, wenn wir dabei nicht mobil sein dürfen?

Die Lösung: das Pferd

Ich habe für mich bereits die Lösung gefunden. Ich werde mir ein Pferd zulegen und hoch zu Ross durch die Straßen traben. Und niemand wird mich (vorerst) daran hindern können, dabei zu telefonieren. Und im Winter werde ich skifahrenderweise oder rodelnd mein Handy nutzen – und wenn sie das auch verbieten, dann lerne ich eben fliegen.

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Geschäftsführer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spaß, dass er dafür sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft natürlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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