Galaxy Beam

Tam 7. November 2012 0 Kommentar(e)
Galaxy Beam Androidmag.de 3 3 Sterne

Mittelklasse-Handy mit

kleinem DLP-Beamer

Das Galaxy Beam ist eine faszinierende Vorschau auf das Smartphone der Zukunft. Leider ist die Projektortechnologie derzeit noch nicht ausgereift genug, um in der Praxis brauchbar zu sein – der Preis von etwa 420 Euro gibt dem Teil den Rest. 

Wenn drei gut aussehende Männer eine Präsentation auf einem alten Palm besprechen, sollte keine attraktive Frau in der Nähe sein – sie könnte die drei hart arbeitenden Typen für homosexuell halten. Auch wenn moderne Telefone große Bildschirme haben, kommt beim Zusammenarbeiten trotzdem keine rechte Freude auf. Ein Beamer wäre viel, viel attraktiver…

Das Samsung Galaxy Beam ist etwas für dich, … …wenn du 420 Euro für ein Mittelklasse-Gerät mit Beamer-Funktion ausgeben möchtest.

Das Samsung Galaxy Beam ist nichts für dich, wenn… …du den Beamer als Arbeitsgerät im täglichen produktiven Einsatz benutzen willst.

Das Galaxy Beam kombiniert das, was auf den ersten Blick nicht zusammengehört. Ein auf der von Texas Instruments entwickelten DLP-Technologie basierender Beamer sitzt in einem Android-Smartphone der Mittelklasse – die Frage ist, ob die Mischung im praktischen Einsatz etwas taugt.

Beamerei

Der einfachste Weg zur Projektion führt über die Beamer-Taste am oberen rechten Gehäuserand. Wer sie durchdrückt, sieht den Bildschirminhalt an der nächsten Wand. Vor der eigentlichen Anzeige blendet das Telefon eine kleine Kalibrationsanwendung ein, die das Einstellen der Schärfe erleichtert.
Eine am Homescreen befindliche Applikation aktiviert einige zusätzliche Features. So darf man wie in PowerPoint am Bildschirm zeichnen, Slideshows aus am Telefon befindlichen Fotos bauen und sogar die Kamera als „Vergrößerungsglas“ missbrauchen. Sitzt man in einem gut abgedunkelten Raum, so ist eine Bilddiagonale von rund einem Meter ohne allzu große Helligkeitsverluste möglich. Im geschäftlichen Einsatz taugt der Beamer aufgrund mangelnder Helligkeit hingegen nichts – die geringe Auflösung von 640 x 360 ist belanglos, da man die Inhalte in gut beleuchteten Räumen sowieso kaum sieht.

Der Rest des Handys

Wäre das Galaxy Beam nur ein Projektor, so würden wir das Review nun beenden. Da hier noch Text folgt, ist das Gerät mehr – die Maschine ist ein vollwertiges Mittelklasse-Telefon.
Beim Hauptprozessor setzt Samsung auf einen Exynos 4210, der jeden seiner beiden Kerne mit bis zu 1 GHz betreibt. Der interne Speicher ist mit 8 GB ausreichend groß, der Arbeitsspeicher von nur 768 MB bereitet unter Umständen Probleme.
Von vorne gesehen ist das Gerät ungefähr so breit wie das Galaxy SII, aufgrund des integrierten Beamers ist es an der dicksten Stelle aber ungefähr doppelt so dick. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, obwohl das dottergelbe und zwecks besserer Handhabbarkeit gummierte Kunststoffgehäuse auf den ersten Blick mehr als gewöhnungsbedürftig wirkt.
Anders als bei den meisten Smartphones sind die SIM- und Micro SD-Slots des Galaxy Beam von der Seite aus zugänglich, ohne dass der Akku herausgenommen werden muss. Das erleichtert das Einlegen von Speicherkarten mit Mediendateien, die der Beamer an die Wand projizieren kann.
Beim Bildschirm setzt Samsung nicht auf die hauseigene OLED-Technologie. Stattdessen kommt ein klassisches und vier Zoll großes LCD-Display zum Einsatz, was aufgrund des Fehlens der „PenTile“-Matrix zu einer wesentlich schärferen Darstellung führt.
Legt man das Gerät direkt neben ein Galaxy SII, so bemerkt man den etwas kleineren Bildschirm und den aufgrund der LCD-Technologie etwas schwächeren Kontrast. Im praktischen Einsatz ist das irrelevant – der Bildschirm ist sowohl in Innenräumen als auch außer Haus brauchbar.
Die Kamera samt LED-Blitz arbeitet mit einer Auflösung von 5MP und liefert bei ausreichendem Umgebungslicht ganz brauchbare Bilder.
Wer das Beam auspackt, stößt auf zwei 2.000 mAH-Akkus samt einem externen Ladegerät. Das lässt schlechte Akkulaufzeit vermuten, ist aber nur eine Vorsichtsmaßnahme des Herstellers. Im Beamerbetrieb hält das Gerät bis zu zwei Stunden durch. Auch im Normalbetrieb ist das Gerät trotz LCD eher sparsam und bleibt mit einer Akkuladung sehr lange betriebsbereit

Die Software

Von Haus aus kommt das Galaxy Beam mit Android 2.3, ein Update auf 4.0 ist angekündigt. Erfreulicherweise findet sich auf dem Telefon die alte und vom Galaxy SII bekannte TouchWiz-Version – die zur Abwehr von Klagen von Apple abgespeckte Version des SIII wurde noch nicht „portiert“. Sonst bietet das Gerät die von Samsung gewohnte und relativ reichhaltige Ausstattung. Polaris Office zeigt Officedateien an, die diversen Hubs sind ebenfalls vorinstalliert. Natürlich hat das Telefon auch Zugriff auf den Play Store, wo hunderttausende weitere Anwendungen zum Download bereitstehen.

Fazit

Es gibt am Markt kein anderes Smartphone, das das Kind im Manne auf diese Weise stimuliert – das Zurückgeben des Testgeräts ist dem seit 2004 im IT-Bereich tätigen Autor sehr, sehr schwergefallen. Doch trotz aller Coolness müssen wir sowohl an den Preis als auch an die technische Umsetzung denken. 420 Euro sind trotz Inflation für ein Mittelklassesmartphone mit einem in der geschäftlichen Praxis kaum brauchbaren Beamer viel zu teuer. Wäre der Lichtwerfer doppelt so stark, sähe die Sache anders aus – im jetzigen Zustand ist das Beam ein faszinierendes Preview auf die Zukunft der Smartphones…

DAS BEAM ZAUBERT NERDS

EIN LÄCHELN INS GESICHT.

  • Ordentliche Akkulaufzeit und solide Verarbeitung
  • Praktische Beamerfunktion …
  • … die jedoch bei Tageslicht unnütz ist
  • Schlechtes Preis/Leistungsverhältnis
Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 201,30
 
Android
4.0
4"
800x480
Gewicht
145 g
5 MP
1,3 MP
Kamera
8 GB
GB
Speicher
0.768 GB
RAM
2x
1 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK WLAN (b,g,n) OK Bluetooth 3.0
Abmessungen: : 124x64,2x12,2 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 3 Sterne
Speed: 2 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 3 Sterne
Haptik: 3 Sterne
Kamera: 3 Sterne
Leistung:
7983
 
Grafik:
0
 
Browser:
826
 
Akku:
500
 
Max. 36381
Max. 3042
Max. 3037
Max. 625
Gesamtwertung: 26/40
 

Gerätevergleich Rang 52

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna befasst sich seit dem Jahr 2004 mit der Entwicklung und Anwendung von Handcomputern. Er steht unter tamhan@tamoggemon.com jederzeit für Fragen, Trainings und Vortragsanfragen zur Verfügung.

 

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