Samsung Galaxy Nexus

20. Dezember 2011 12 Kommentar(e)
Samsung Galaxy Nexus Androidmag.de 4 4 Sterne

Das Galaxy Nexus ist eines der derzeit besten

Android-Smartphones

 

Nachdem es ins Printmagazin aufgrund des Redaktionsschlusses „nur“ ein dreiseitiger Vorab-Test zum Galaxy Nexus geschafft hat, liefern wir euch hier nun den kompletten Heft-Artikel plus vieler Bilder sowie weiterer Anmerkungen nach. Solltet ihr den Heft-Artikel bereits kennen, könnt ihr gleich auf Seite 3 weiterlesen!

Das Galaxy Nexus ist etwas für Sie, wenn Sie…
… ein „nacktes“ Android 4.0-Smartphone mit großem und sehr gutem Bildschirm suchen, das alle Updates als erstes erhält.

Das Galaxy Nexus ist nichts für Sie, wenn Sie…
… auf einen Hardware-Überflieger gewartet haben.

Der geheimnisumwitterte Androide

Was wurde im Vorfeld der Galaxy Nexus-Ankündigung nicht spekuliert und debattiert: Wird es Nexus Prime, Galaxy Prime oder doch Galaxy Nexus heißen? Wird es ein Metall-Gehäuse haben? Wird es alle anderen Smartphones in puncto Leistung in den Schatten stellen? Zugegeben, nach der Enthüllung aller Infos machte sich wohl nicht nur bei uns etwas Ernüchterung breit, denn letztlich ist das Gerät zwar in vielerlei Hinsicht herausragend, aber auch nicht der erwartete Leistungs-Überflieger geworden.

Mix aus Galaxy S2 und Nexus S

Wie beim Vorgängermodell Nexus S ist auch das Gehäuse des Galaxy Nexus konkav geformt, was einerseits Spiegelungen reduzieren und andererseits auch für ein angenehmeres Gefühl beim Telefonieren sorgen soll. Allgemein ist uns aufgefallen, dass das Galaxy Nexus trotz seines großen Bildschirmes noch recht kompakt ist, was vor allem daran liegt, dass die Breite an der Vorderseite des Gerätes fast komplett vom Display ausgefüllt wird. Dadurch ist das 8,94 Millimeter dünne Gehäuse – trotz größerem Bildschirm – kaum größer als jenes des Galaxy S2 und liegt sehr gut in der Hand. Während es lange Zeit Spekulationen über die mögliche Verwendung eines hochwertigen Metallgehäuses gab, setzt Samsung beim Galaxy Nexus tatsächlich wieder ausschließlich auf Plastik. Die Verarbeitung überzeugt dennoch, vor allem die geriffelte Rückseite wirkt wertig. Ein positiver Nebeneffekt eines „Plastikbombers“ ist natürlich auch das geringe Gewicht von nur 135 Gramm, damit ist das Galaxy Nexus zwar etwa 20 Gramm schwerer als das Galaxy S2, aber etwas leichter als das Nexus S.

Wie bereits beim Nexus S ist auch der Bildschirm des Galaxy Nexus leicht konkav geformt – das soll Spiegelungen reduzieren und die Bedienung erleichtern. Außerdem sind hier die drei Pins zu sehen, mit denen das Galaxy Nexus mit speziellen Docking Stationen und KFZ-Halterungen verbunden werden kann.

Toller Bildschirm …

Im Galaxy Nexus wurde ein überdimensional großer 4,65 Zoll-Bildschirm mit Super AMOLED HD-Technik verbaut, der – wie auch das Galaxy Note – mit 1280 x 720 Pixel auflöst. Der Vorteil: Android 4.0 Ice Cream Sandwich ist für diese Pixelanzahl optimiert und läuft nativ darauf. Bei unserem Hands-On konnten wir uns selbst von der Qualität des Bildschirmes überzeugen. Und während wir in unserem Galaxy Note-Test von beachtlichen 285 ppi berichteten, kommt das Galaxy Nexus auf satte 316 Pixel pro Zoll. Zum Vergleich: Das Galaxy S2 stellt auf seinem 4,3 Zoll-Bildschirm 800 x 480 Pixel dar (217 ppi), Spitzenreiter ist in Sachen Pixeldichte aber immer noch das iPhone 4, das 960 x 640 Pixel in nur 3,5 Zoll presst, was eine Pixeldichte von 326 ppi ergibt.

… mit nicht unumstrittenerTechnik

Helligkeit, Kontrast und Schwarzwerte können dank Super AMOLED HD-Technologie überzeugen. Das verbaute Display-Panel ist jenem, welches im Galaxy Note verbaut wurde, übrigens recht ähnlich und setzt ebenfalls auf die, unter Experten nicht unumstrittene, Pen Tile-Technik (oder RGB-Subpixel-Rendering). Dabei werden je Pixel anstatt drei nur zwei Subpixel dargestellt. Bei der AMOLED-Version des Nexus S führte Pen Tile zu teilweise unschönen Effekten wie Randverfärbungen bei Schriften und Linien. Dennoch soll dies beim Galaxy Nexus weitgehend vermeidbar sein, da einerseits die Pixeldichte höher ist als beim Nexus S und zudem bei Android 4.0 spezielle Anpassungen vorgenommen wurden, um genau diese Effekte zu minimieren.

Das Gehäuse des Galaxy Nexus ist komplett aus Plastik gefertigt und entsprechend leicht.

 

Kein Benchmark-Überflieger

Während das Galaxy Nexus in Sachen Bildschirm und Betriebssystem die Messlatte deutlich nach oben legt, gibt es sich Hardware-technisch um einiges konservativer. Als Prozessor ist ein Cortex A9 Dualcore mit jeweils 1,2 GHz im Gerät zu finden, der Arbeitsspeicher beträgt 1 GB. Ansonsten wir der pfeilschnelle Mobilfunkdienst HSPA+ unterstützt, eine LTE-Version ist exklusiv für die USA angedacht. In ersten Benchmark-Tests erreichte das Galaxy Nexus mit Quadrant bescheidene 1742 und mit AnTuTu ganz ordentliche 6006 Punkte. Das Galaxy Note hat bei unseren Benchmarks beispielsweise deutlich besser abgeschnitten.

Android 4.0 ohne Schnickschnack

Eines der Kernfeatures, mit dem Samsung sich mit dem Gerät von der Konkurrenz absetzen will, ist die vorinstallierte Android Version 4.0. So ist das Galaxy Nexus das erste Smartphone, auf dem Ice Cream Sandwich von vornherein läuft. Zudem ist das Gerät voll und ganz darauf ausgelegt, was sich nicht nur in der Auflösung äußert, sondern auch durch den völligen Verzicht auf Hardware-Buttons, da diese bei Android 4.0 ja nicht mehr benötigt werden. Das Galaxy Nexus unterstützt natürlich sämtliche neuen Android 4.0-Features, wie etwa die neuen Ordner, das Entsperren per „Face Unlock“ oder auch „Android Beam“, mit dem sich Informationen per NFC austauschen lassen,

Das Galaxy Nexus ist – mit Ausnahme des Galaxy Note – das größte Smartphone, das wir bislang getestet haben. Dennoch liegt es gut in der Hand und ist leicht.

 

Eine Woche mit dem Galaxy Nexus: Ein Resümee

Nachdem wir bis zum Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe des Android Magazins kein Galaxy Nexus-Testgerät ergattern konnten, wurden wir aber vor rund einer Woche freundlicherweise von getgoods.de mit einem nagelneuen Gerät versorgt.

Lieferumfang und erster Eindruck

Das Galaxy Nexus kommt in einer extravaganten, länglichen Verpackung mit minimalistischem Design. Neben dem Gerät selbst, enthält diese das Übliche: ein Ladegerät mit USB-Buchse, ein passendes USB- zu Micro-USB-Kabel, eine sehr kurz gefasste Schnellstart-Anleitung sowie qualitativ ganz ordentliche In-Ear-Kopfhörer. Wer bislang (so wie ich) ein vier Zoll großes Smartphone wie das Nexus S verwendet hat, für den bedeutet der Umstieg auf ein Galaxy Nexus doch einen relativ großen Sprung. Denn im direkten Vergleich ist das Galaxy Nexus deutlich breiter und länger, dafür aber auch leichter und dünner. Für Galaxy S2-Benutzer ist der anfängliche „Schock“ in Bezug auf den Formfaktor minimal, da beide Geräte gleich breit und das Galaxy Nexus nur rund einen Zentimeter länger ist. Wer – so wie der Autor dieses Artikels – große Hände hat, für den liegt das Galaxy Nexus ähnlich gut in der Hand wie ein Galaxy S2. Für Menschen mit kleineren Händen könnte der Formfaktor aber schon etwas zu viel des Guten sein. Am besten also, ihr probiert das Smartphone mal selbst aus, bevor ihr es euch zulegt!

Galaxy Nexus Galaxy S2

Das Galaxy Nexus ist rund 1 Zentimeter länger als das Galaxy S2.

Galaxy Nexus Galaxy S2

Ähnlich wie das Nexus S ist das Galaxy Nexus leicht konkav geformt und an der Unterseite etwas dicker.

Verarbeitung

Für viele Kritiker sicher noch ein entscheidendes Argument gegen das Gerät, für andere eher ein Vorteil: Das Plastikgehäuse. Entgegen früherer Vermutungen ist das Galaxy Nexus wieder einmal ein waschechter „Plastikbomber“ geworden. Das Gehäuse selbst wirkt dennoch robust, der geriffelte und leicht gummierte Akkudeckel an der Rückseite ist aber so dünn, dass man beim Herausnehmen des Akkus aufpassen muss, ihn nicht zu zerbrechen. Samsung hat für den 4,65 Zoll großen Bildschirm übrigens kein „Gorilla Glass“ von Corning verbaut, da diese Technik bei gebogenen Displays nicht funktioniert. Stattdessen verwendete man eine andere Glashärtungstechnik, die ebenfalls Kratzfest ist, wie dieses Video beweist.

Galaxy Nexus

Die Rückseite des Galaxy Nexus ist geriffelt und leicht gummiert. Leider ist der Akkudeckel aber extrem dünn und wirkt recht filigran.

Display

Die Unterschiede in Sachen Bildschirm fallen im Vergleich zum Galaxy S2 minimal aus. Das 4,65 Zoll große Super AMOLED HD-Display hat aber eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel, wobei die bisher von Android-Geräten bekannten Hardware-Tasten zur Navigation völlig wegfallen und durch virtuelle Tasten, die sich im Querformat mit drehen, ersetzt wurden. Wie bereits beim S2 überzeugt der Bildschirm mit sehr guter Farbbrillanz und einem tollen Schwarzwert. Ein Kritikpunkt bei AMOLEDs ist aber, dass weiße Flächen nicht wirklich weiß dargestellt werden – das ist auch beim Galaxy Nexus der Fall.

Der Bildschirm des Galaxy Nexus kann vor allem mit seinen satten Farben und tollem Schwarzwert überzeugen.

Akkuleistung

Die Akkuleistung des Galaxy Nexus ist, nachdem der Akku einige Ladezyklen durchlaufen hat, durchaus gut und versorgt das Smartphone locker über einen geschäftigen Arbeitstag hinweg mit Energie. Bei automatischer Displayhelligkeit erweist sich der Bildschirm als recht stromsparend, beim zocken von Spielen mit höherer Helligkeit, macht der Akku aber schon nach kurzer Zeit schlapp. Bei „normaler“ Verwendung ist die Laufzeit aber wie gesagt in Ordnung, wie ihr auch diesem Screenshot entnehmen könnt:

 

Performance und Benchmarks

Android 4.0 läuft auf dem Galaxy Nexus vollkommen flüssig, ruckelfrei und stabil. Hier ist natürlich wieder das Betriebssystem selbst zu loben. Auch mit aufwändigen Spielen wie etwa „Shadowgun“ kommt das Smartphone problemlos klar. Um das Ganze besser veranschaulichen zu können, haben wir einige Benchmarks durchgeführt, zu denen wir euch die Ergebnisse natürlich nicht vorenthalten wollen:


Größter Pluspunkt: Android 4.0

Keine Frage, das Galaxy Nexus ist ein schönes Smartphone, bei dem vor allem die dünne Bausweise und der tolle Bildschirm ins Auge stechen. Der 1,2 GHz Dual Core-Prozessor und die 1 GB RAM sind aber Leistungsdaten, die man auch schon vor einigen Monaten gesehen hat. Das wohl entscheidendste Kriterium, das derzeit für das Galaxy Nexus spricht, ist das Betriebssystem. Denn die Kombination aus guter Hardware und Ice Cream Sandwich machen das Smartphone zu einem der derzeit besten Android-Geräte. Dieser Vorteil ist aber – wie bei Hightech ohnehin üblich – nicht von Dauer und wird spätestens dann obsolet, wenn ICS auch für andere Dual Core-Geräte verfügbar wird. Dennoch wird das Galaxy Nexus (neben dem etwas älteren Nexus S) noch einige Zeit das einzige Highend-Smartphone mit „purem“ Android 4.0 bleiben.

Größter Minuspunkt: Die Kamera

Obwohl sich das Galaxy Nexus in vielen Hardware-Belangen am immer noch sehr guten Samsung Galaxy S2 orientiert, wurde dem Galaxy Nexus eine schlechtere Front- und Rückkamera spendiert. Anstatt einer 8- kommt eine 5-Megapixelkamera an der Rückseite zum Einsatz, als Frontkamera ist eine 1,3 anstatt einer 2-MP Kamera zu finden.Wie wichtig einem dieses Manko ist, muss jeder selbst entscheiden. Fest steht, dass sich auch mit der Galaxy Nexus-Kamera ganz gute Bilder machen lassen. Dank der neuen Kamera-Software von Android 4.0 geht das zudem besser und schneller denn je (dank „Zero Shutter Lag“, das für verzögerungsfreies Auslösen sorgt). Neuerdings werden außerdem auch einige nette Foto- und Video-Effekte mitgeliefert, die sich an Apps wie Instagram oder Picplz orientieren. Auch das ist aber eher wieder ein Fortschritt, der dem Betriebssystem selbst zuzuschreiben ist.

Die 5 Megapixel-Kamera liefert gute, aber keine überragenden Bilder.

Cool ist auf alle Fälle die eingebaute Panorama-Funktion.

Fazit

Keine Frage, das Galaxy Nexus ist tatsächlich eines der besten (Android-)Smartphones, das ihr derzeit für Geld kaufen könnt. Nachdem ich bereits vor einigen Wochen Android 4.0 auf meinem älteren Nexus S ausprobieren konnte, ist der erhoffte „große Sprung“ mit dem Galaxy Nexus bei mir aber nicht eingetreten. Dennoch ist es ein tolles Smartphone, das die Speerspitze einer neuen Generation von Android-Geräten bildet. Zusammenfassend ist es ein grundsolides Gerät, das die Power von Android 4.0 eindrucksvoll demonstriert. Wenn aber weitere Dual oder gar Quad Core Smartphones mit ICS erscheinen, wird das Galaxy Nexus „nur“ ein weiteres Android 4.0 Handy sein.

Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 139,00
 
Android
4.1
4,65"
1280x720
Gewicht
135 g
5 MP
1.3 MP
Kamera
32 GB
- GB
Speicher
1 GB
RAM
2x
1.2 GHz
CPU



OK USB OK Audio OK GPS OK NFC OK WLAN (b,g,n,a) OK Bluetooth 3.1
Abmessungen: : 135,5x67,9x8,9 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 2 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 4 Sterne
Haptik: 4 Sterne
Kamera: 4 Sterne
Leistung:
7490
 
Grafik:
51
 
Browser:
930
 
Akku:
398
 
Max. 37959
Max. 1584
Max. 3037
Max. 625
Gesamtwertung: 30/40
 

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Raphael Schön   Chefredakteur

Raphael hat sein Hobby zum Beruf gemacht und schreibt über jene Themen, die ihn auch privat leidenschaftlich interessieren: Videospiele, Gadgets, Wirtschaft und Politik. Ein Glück, dass sich das alles als Chefredakteur beim Android Magazin gut unter einen Hut bringen lässt.

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